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	<title>Allgemein Archive - Jehlicka.agency</title>
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		<title>HAIC Awards 2025: Wenn KI Wahrhaftiges sichtbar macht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christoph]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Nov 2025 09:26:05 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>HAIC Awards 2025: Wenn KI Wahrhaftiges sichtbar macht 6. Januar 2025, Kent Club: Die ersten HAIC Awards – ein neues Format, KI-Kreation im Fokus, 270 Einreichungen. Ich wusste nicht genau, was mich erwarten würde, als ich hinfuhr. Wird das richtig inspirierend – oder eine Parade technisch perfekter, aber austauschbarer Hochglanzbilder? Als jemand, der beruflich an [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.jehlicka.agency/2025/11/14/haic-awards-2025-wenn-ki-wahrhaftiges-sichtbar-macht/">HAIC Awards 2025: Wenn KI Wahrhaftiges sichtbar macht</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.jehlicka.agency">Jehlicka.agency</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h1>
<p>HAIC Awards 2025: <em>Wenn KI Wahrhaftiges sichtbar macht</em></p>
</h1>
<blockquote>
<p>6. Januar 2025, Kent Club: Die ersten HAIC Awards – ein neues Format, KI-Kreation im Fokus, 270 Einreichungen. Ich wusste nicht genau, was mich erwarten würde, als ich hinfuhr. Wird das richtig inspirierend – oder eine Parade technisch perfekter, aber austauschbarer Hochglanzbilder?</p>
</blockquote>
<div>
<p>Als jemand, der beruflich an der Schnittstelle von Kreativität und Strategie arbeitet, stellt sich mir diese Frage inzwischen fast täglich: Wo verläuft die Grenze zwischen technischer Machbarkeit und kreativer Vision? Zwischen dem, was machbar ist, und dem, was gemacht werden sollte?</p>
<p>Der Kent Club selbst war schon mal eine gute Wahl: kein steriler Konferenzraum, sondern eine coole Location, in der man sich sofort wohlfühlte. Was sicher auch an der persönlichen Begrüßung durch die Initiatoren lag. Patrick Hoppe, Daniel Weiss, Dominik Geiger und Andreas Reimann erzählten zu Beginn der Veranstaltung kurz, wie aus der spontanen Idee für eine Weihnachtsfeier der erste Hamburger Creator Award im Bereich KI entstand. Organisatorin Andrea Drews nahm die Gäste persönlich in Empfang.</p>
</div>
<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2025/11/Eingang-Kent-Club-%E2%80%93-HAIC-Awards-2025-scaled.jpeg" alt="Eingang Kent Club – HAIC Awards 2025"><br />
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2025/11/Reno-Mezger-und-Rapperin-Charlize-%E2%80%93-Echtzeit-AI-Poesie-22Rote-Rosen22-%E2%80%93-HAIC-Awards-2025-scaled.jpg" alt="Reno Mezger und Rapperin Charlize – Echtzeit-AI-Poesie Rote Rosen – HAIC Awards 2025"></p>
<div>
<p>Director Reno Mezger und Rapperin Charlize. Foto: <span>Stefan Trocha</span></p>
</div>
<h2>
<p>Drag, KI und eine überraschende Parallele</p>
</h2>
<div>
<p>Und dann ging es los. Drag Queen Didine van der Platenvlotbrug führte im schillernden Outfit durch den Abend – und zog gleich zu Beginn eine überraschende Parallele, die sich für mich als roter Faden durch die gesamte Veranstaltung ziehen sollte:</p>
<blockquote>
<p>„Mit KI ist es wie mit dem Drag: Künstlichkeit kann etwas sehr Wahrhaftiges zum Vorschein bringen.&#8220;</p>
</blockquote>
<p>Ein Satz, der zunächst wie eine charmante Randbemerkung klang, aber je länger der Abend dauerte, umso mehr Gewicht bekam. Denn genau darum ging es in vielen der prämierten Arbeiten: KI als Werkzeug, um Visionen zu verwirklichen, für die man bisher schlicht nicht die Mittel hatte. Um etwas sichtbar zu machen, das vorher nur im Kopf existierte.</p>
<p>In den Gesprächen am Rande wurde dieser Gedanke immer wieder aufgegriffen. KI ermöglicht Kreativen, Ideen umzusetzen, zu denen sie ohne diese Technologie keinen Zugang gehabt hätten – sei es aus Mangel an Budget, an technischem Know-how oder schlicht an Zeit. Die Künstlichkeit der Werkzeuge steht der Authentizität der Vision nicht im Weg. Im Gegenteil: Sie kann sie erst möglich machen.</p>
</div>
<h2>
<p>Wenn Ästhetik für sich spricht</p>
</h2>
<div>
<p>Die verschiedenen Kategorien zogen über die Leinwand. Die Stills wurden etwas kurz gezeigt – hier hätte ich mir etwas mehr Raum gewünscht, die Bilder zu betrachten, denn auch dort waren spannende Arbeiten dabei. Aber es waren zwei Projekte im Bereich Bewegtbild, die mich besonders begeisterten.</p>
<p>Das Projekt „Rote Rosen&#8220; – eine Zusammenarbeit zwischen Director Reno Mezger und Rapperin Charlize – überzeugte durch eine ganz eigene ästhetische Sprache. Echtzeit-AI-Poesie, bei der Charlize ihren Song performte und ihre Bewegungen von der KI in kubistisch-poetische Bilder umgewandelt wurden. Besonders interessant: Mezger erklärte auch ein paar Hintergründe zur Entstehung des Videos. Diese Transparenz half, die Arbeit einzuordnen und zeigte: Hier hat jemand nicht einfach einen Prompt in ein Tool geworfen, sondern ganz bewusst gestaltet.</p>
<p>Diese Einordnung wäre meiner Meinung nach auch bei den anderen Einreichungen hilfreich gewesen. Man sah beeindruckende Bilder, aber wusste nicht genau: Wie ist das gemacht worden? Zu welchem Zweck? Mit welchem Budget? Mit welchen Werkzeugen? Welche kreativen Entscheidungen steckten dahinter? Entlang dieser und ähnlicher Fragen könnten – für hoffentlich kommende Ausgaben des Awards – auch die Kategorien noch etwas trennschärfer werden.</p>
</div>
<p><iframe src="https://vimeo.com/1127811907"></iframe><br />
<iframe src="https://www.youtube.com/watch?v=crZ4anRFyew"></iframe></p>
<h2>
<p>Rekonstruktion des Niedagewesenen</p>
</h2>
<div>
<p>Das zweite große Highlight des Abends war Sean Weingartens Kurzfilm „Gap Years“ – ein autobiografisches Projekt, das Bronze holte, aber aus meiner Sicht noch mehr verdient gehabt hätte. Auch wenn ich hier vielleicht nicht ganz objektiv bin – der Film berührte mich auf gleich mehreren Ebenen. Weingarten kombiniert VHS-Filme aus seiner Kindheit mit neueren Interviews seiner Familienangehörigen. Das dokumentarische Material ergänzt er mittels KI zu einer unheimlichen audiovisuellen Rekonstruktion jenes Weihnachtsfests, in dem sein Vater zur Leerstelle in seinem Leben wurde. Erzählerisch macht er anhand von Perspektivwechseln sichtbar, wie vermeintliche Gewissheiten in Beziehungen sich als Illusionen entpuppen können.</p>
<p>Was beide Arbeiten gemeinsam haben: Sie nutzen KI nicht als Selbstzweck, sondern als Mittel, um etwas zum Ausdruck zu bringen, das ohne diese Technologie so nicht möglich gewesen wäre. Die Künstlichkeit des Werkzeugs macht die Wahrhaftigkeit der Vision sichtbar.</p>
</div>
<h2>
<p>Die Zukunftsfrage: Wer hat Geschmack?</p>
</h2>
<div>
<p>Im Gespräch mit Jurorin Dr. Susanne Eigenmann fiel ein interessanter Satz: Bei der Jurierung der 270 Einreichungen habe sich relativ schnell herauskristallisiert, welche Arbeiten in die engere Auswahl kommen. Nicht alle Jurymitglieder hätten dieselben Top-Favoriten gehabt, aber die herausragenden Projekte seien doch von vielen übereinstimmend erkannt worden.</p>
<blockquote>
<p>Das bringt mich zu dem, was aus meiner Sicht die eigentliche Kernkompetenz der Kreativbranche in der KI-Ära sein wird: ästhetisches Urteilsvermögen.</p>
</blockquote>
<p>Nicht die Frage, ob etwas technisch perfekt oder unperfekt ist. Sondern die Fähigkeit, einen eigenen Stil zu entwickeln, zu erkennen, was aus der Masse heraussticht – und zu begründen, warum. Geschmack ist nicht demokratisch, aber er ist auch nicht beliebig. Er lässt sich schulen, diskutieren, weiterentwickeln.</p>
<p>Wenn KI-Tools es immer mehr Menschen ermöglichen, visuell hochwertige Inhalte zu produzieren, wird die Frage „Wie mache ich das?&#8220; weniger relevant. Die entscheidende Frage wird sein: „Was mache ich – und warum?&#8220; Die Kreativszene wird gebraucht als kuratorische Instanz, als Geschmacksbildner:innen, als diejenigen, die zwischen austauschbar und bedeutsam unterscheiden können.</p>
</div>
<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2025/11/Bettina-Knoth-Sean-Weingarten-Helene-Berling-Christoph-Jehlicka-%E2%80%93-HAIC-Awards-2025-scaled.jpg" alt="Bettina Knoth, Sean Weingarten, Helene Berling, Christoph Jehlicka – HAIC Awards 2025"></p>
<div>
<p>Bettina Knoth, Sean Weingarten, Helene Berling und Christoph Jehlicka. Foto: <span>Stefan Trocha</span></p>
</div>
<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2025/11/Initiatoren-Jury-Gewinnerinnen-%E2%80%93-HAIC-Awards-2025-scaled-e1763108259245.jpeg" alt="Initiatoren, Jury, Gewinner*innen – HAIC Awards 2025"></p>
<h2>
<p>Props und Verbesserungspotenzial</p>
</h2>
<div>
<p>Respekt an die Veranstalter für den Mut, ein solches Format zu etablieren. Die HAIC Awards füllen eine Lücke – einen Raum, in dem KI-gestützte Kreativarbeit nicht nur gezeigt, sondern auch diskutiert und gewürdigt werden kann.</p>
<p>Gleichzeitig gibt es für die nächste Ausgabe ein paar Stellschrauben, an denen man drehen könnte:</p>
<ul>
<li><b>Kategorien überdenken:</b> Die aktuelle Aufteilung ist ausbaufähig. Vielleicht weniger danach, was produziert wurde (Stills, Videos), sondern mehr danach, wie KI eingesetzt wurde (assistierend, generativ, experimentell)?</li>
<li><b>Mehr Transparenz bei der Präsentation:</b> Ein kurzer Einblick in Tools, Workflows und kreative Entscheidungen würde den Arbeiten mehr Tiefe geben – und dem Publikum mehr Verständnis.</li>
<li><b>Mehr Raum für Stills:</b> Die Arbeiten verdienen es, länger gezeigt zu werden. Schnelle Durchläufe werden der Qualität nicht gerecht.</li>
</ul>
<p>Aber das sind Feinheiten. Dass es die HAIC Awards jetzt gibt, ist das Wichtigste. Ein solches Format braucht die Branche.</p>
</div>
<h2>
<p>Künstlichkeit, Wahrhaftigkeit – und die Frage nach dem Warum</p>
</h2>
<div>
<p>Zurück zu Didines Satz über Künstlichkeit und Wahrhaftigkeit. Vielleicht ist das die beste Art, über KI in der Kreativbranche nachzudenken. Nicht als Bedrohung für Authentizität, sondern als Werkzeug, das neue Formen von Authentizität ermöglicht. Als Technologie, die es erlaubt, Visionen zu verwirklichen, die sonst unerreichbar geblieben wären.</p>
<p>Die Frage ist nicht, ob wir KI nutzen. Die Frage ist, wofür – und ob wir dabei unseren Geschmack, unsere ästhetische Haltung, unsere Vision behalten. Die Kreativszene wird gebraucht. Nicht als Bedienende von Tools, sondern als diejenigen, die wissen, was es wert ist, gemacht zu werden.</p>
<p>Mehr zu den HAIC Awards findest Du <a href="https://haic-award.de">hier</a>. <br />Alle Gewinnerfilme sind auf <a href="https://www.youtube.com/playlist?list=PL-h0eY2NlLsAeoSS8HNas7JMfyp1YijtH">Youtube</a> zu sehen.</p>
</div>
<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2025/11/Garderobenticket-22gegen-diesen-Schein22-%E2%80%93-HAIC-Awards-2025-scaled.jpeg" alt="Garderobenticket gegen diesen Schein – HAIC Awards 2025"></p>
<p><span id="more-1283"></span><br />
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<p>HAIC Awards 2025: <em>Wenn KI Wahrhaftiges sichtbar macht<\/em><\/p>","title_element":"h1"}},{"type":"quotation","props":{"content":"

<p>6. Januar 2025, Kent Club: Die ersten HAIC Awards \u2013 ein neues Format, KI-Kreation im Fokus, 270 Einreichungen. Ich wusste nicht genau, was mich erwarten w\u00fcrde, als ich hinfuhr. Wird das richtig inspirierend \u2013 oder eine Parade technisch perfekter, aber austauschbarer Hochglanzbilder?<\/p>"}},{"type":"text","props":{"column_breakpoint":"m","content":"

<p>Als jemand, der beruflich an der Schnittstelle von Kreativit\u00e4t und Strategie arbeitet, stellt sich mir diese Frage inzwischen fast t\u00e4glich: Wo verl\u00e4uft die Grenze zwischen technischer Machbarkeit und kreativer Vision? Zwischen dem, was machbar ist, und dem, was gemacht werden sollte?<\/p>\n

<p>Der Kent Club selbst war schon mal eine gute Wahl: kein steriler Konferenzraum, sondern eine coole Location, in der man sich sofort wohlf\u00fchlte. Was sicher auch an der pers\u00f6nlichen Begr\u00fc\u00dfung durch die Initiatoren lag. Patrick Hoppe, Daniel Weiss, Dominik Geiger und Andreas Reimann erz\u00e4hlten zu Beginn der Veranstaltung kurz, wie aus der spontanen Idee f\u00fcr eine Weihnachtsfeier der erste Hamburger Creator Award im Bereich KI entstand. Organisatorin Andrea Drews nahm die G\u00e4ste pers\u00f6nlich in Empfang.<\/p>","margin":"default"}}]},{"type":"column","props":{"image_position":"center-center","position_sticky_breakpoint":"m","width_medium":"1-2"},"children":[{"type":"image","props":{"image":"wp-content\/uploads\/2025\/11\/Eingang-Kent-Club-\u2013-HAIC-Awards-2025-scaled.jpeg","image_alt":"Eingang Kent Club \u2013 HAIC Awards 2025","image_svg_color":"emphasis","margin":"default"}}]}]}]},{"type":"section","props":{"image_position":"center-center","style":"default","title_breakpoint":"xl","title_position":"top-left","title_rotation":"left","vertical_align":"middle","width":"default"},"children":[{"type":"row","props":{"layout":"1-2,1-2"},"children":[{"type":"column","props":{"image_position":"center-center","position_sticky_breakpoint":"m","width_medium":"1-2"},"children":[{"type":"image","props":{"image":"wp-content\/uploads\/2025\/11\/Reno-Mezger-und-Rapperin-Charlize-\u2013-Echtzeit-AI-Poesie-22Rote-Rosen22-\u2013-HAIC-Awards-2025-scaled.jpg","image_alt":"Reno Mezger und Rapperin Charlize \u2013 Echtzeit-AI-Poesie Rote Rosen \u2013 HAIC Awards 2025","image_svg_color":"emphasis","margin":"default"}},{"type":"text","props":{"column_breakpoint":"m","content":"

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<p>Und dann ging es los. Drag Queen Didine van der Platenvlotbrug f\u00fchrte im schillernden Outfit durch den Abend \u2013 und zog gleich zu Beginn eine \u00fcberraschende Parallele, die sich f\u00fcr mich als roter Faden durch die gesamte Veranstaltung ziehen sollte:<\/p>\n

<blockquote>\n

<p>\u201eMit KI ist es wie mit dem Drag: K\u00fcnstlichkeit kann etwas sehr Wahrhaftiges zum Vorschein bringen.\"<\/p>\n<\/blockquote>\n

<p>Ein Satz, der zun\u00e4chst wie eine charmante Randbemerkung klang, aber je l\u00e4nger der Abend dauerte, umso mehr Gewicht bekam. Denn genau darum ging es in vielen der pr\u00e4mierten Arbeiten: KI als Werkzeug, um Visionen zu verwirklichen, f\u00fcr die man bisher schlicht nicht die Mittel hatte. Um etwas sichtbar zu machen, das vorher nur im Kopf existierte.<\/p>\n

<p>In den Gespr\u00e4chen am Rande wurde dieser Gedanke immer wieder aufgegriffen. KI erm\u00f6glicht Kreativen, Ideen umzusetzen, zu denen sie ohne diese Technologie keinen Zugang gehabt h\u00e4tten \u2013 sei es aus Mangel an Budget, an technischem Know-how oder schlicht an Zeit. Die K\u00fcnstlichkeit der Werkzeuge steht der Authentizit\u00e4t der Vision nicht im Weg. Im Gegenteil: Sie kann sie erst m\u00f6glich machen.<\/p>","margin":"default"}}]}]},{"type":"row","props":{"layout":"1-2,1-2"},"children":[{"type":"column","props":{"image_position":"center-center","position_sticky_breakpoint":"m","width_medium":"1-2"},"children":[{"type":"headline","props":{"content":"

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<p>Die verschiedenen Kategorien zogen \u00fcber die Leinwand. Die Stills wurden etwas kurz gezeigt \u2013 hier h\u00e4tte ich mir etwas mehr Raum gew\u00fcnscht, die Bilder zu betrachten, denn auch dort waren spannende Arbeiten dabei. Aber es waren zwei Projekte im Bereich Bewegtbild, die mich besonders begeisterten.<\/p>\n

<p>Das Projekt \u201eRote Rosen\" \u2013 eine Zusammenarbeit zwischen Director Reno Mezger und Rapperin Charlize \u2013 \u00fcberzeugte durch eine ganz eigene \u00e4sthetische Sprache. Echtzeit-AI-Poesie, bei der Charlize ihren Song performte und ihre Bewegungen von der KI in kubistisch-poetische Bilder umgewandelt wurden. Besonders interessant: Mezger erkl\u00e4rte auch ein paar Hintergr\u00fcnde zur Entstehung des Videos. Diese Transparenz half, die Arbeit einzuordnen und zeigte: Hier hat jemand nicht einfach einen Prompt in ein Tool geworfen, sondern ganz bewusst gestaltet.<\/p>\n

<p>Diese Einordnung w\u00e4re meiner Meinung nach auch bei den anderen Einreichungen hilfreich gewesen. Man sah beeindruckende Bilder, aber wusste nicht genau: Wie ist das gemacht worden? Zu welchem Zweck? Mit welchem Budget? Mit welchen Werkzeugen? Welche kreativen Entscheidungen steckten dahinter? Entlang dieser und \u00e4hnlicher Fragen k\u00f6nnten \u2013 f\u00fcr hoffentlich kommende Ausgaben des Awards \u2013 auch die Kategorien noch etwas trennsch\u00e4rfer werden.<\/p>","margin":"default"}}]},{"type":"column","props":{"image_position":"center-center","position_sticky_breakpoint":"m","width_medium":"1-2"},"children":[{"type":"video","props":{"margin":"default","video":"https:\/\/vimeo.com\/1127811907","video_controls":true,"video_title":"Charlize x Rote Rosen - Realtime-interactive KI-Poesie"}}]}]},{"type":"row","props":{"layout":"1-2,1-2"},"children":[{"type":"column","props":{"image_position":"center-center","position_sticky_breakpoint":"m","width_medium":"1-2"},"children":[{"type":"video","props":{"margin":"default","video":"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=crZ4anRFyew","video_controls":true,"video_title":"Sean Weingarten \u2013 Gap Years (2025)"}}]},{"type":"column","props":{"image_position":"center-center","position_sticky_breakpoint":"m","width_medium":"1-2"},"children":[{"type":"headline","props":{"content":"

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<p>Das zweite gro\u00dfe Highlight des Abends war Sean Weingartens Kurzfilm \u201eGap Years\u201c \u2013 ein autobiografisches Projekt, das Bronze holte, aber aus meiner Sicht noch mehr verdient gehabt h\u00e4tte. Auch wenn ich hier vielleicht nicht ganz objektiv bin \u2013 der Film ber\u00fchrte mich auf gleich mehreren Ebenen. Weingarten kombiniert VHS-Filme aus seiner Kindheit mit neueren Interviews seiner Familienangeh\u00f6rigen. Das dokumentarische Material erg\u00e4nzt er mittels KI zu einer unheimlichen audiovisuellen Rekonstruktion jenes Weihnachtsfests, in dem sein Vater zur Leerstelle in seinem Leben wurde. Erz\u00e4hlerisch macht er anhand von Perspektivwechseln sichtbar, wie vermeintliche Gewissheiten in Beziehungen sich als Illusionen entpuppen k\u00f6nnen.<\/p>\n

<p>Was beide Arbeiten gemeinsam haben: Sie nutzen KI nicht als Selbstzweck, sondern als Mittel, um etwas zum Ausdruck zu bringen, das ohne diese Technologie so nicht m\u00f6glich gewesen w\u00e4re. Die K\u00fcnstlichkeit des Werkzeugs macht die Wahrhaftigkeit der Vision sichtbar.<\/p>","margin":"default"}}]}]},{"type":"row","props":{"layout":"1-2,1-2"},"children":[{"type":"column","props":{"image_position":"center-center","position_sticky_breakpoint":"m","width_medium":"1-2"},"children":[{"type":"headline","props":{"content":"

<p>Die Zukunftsfrage: Wer hat Geschmack?<\/p>","title_element":"h2"}},{"type":"text","props":{"column_breakpoint":"m","content":"

<p>Im Gespr\u00e4ch mit Jurorin Dr. Susanne Eigenmann fiel ein interessanter Satz: Bei der Jurierung der 270 Einreichungen habe sich relativ schnell herauskristallisiert, welche Arbeiten in die engere Auswahl kommen. Nicht alle Jurymitglieder h\u00e4tten dieselben Top-Favoriten gehabt, aber die herausragenden Projekte seien doch von vielen \u00fcbereinstimmend erkannt worden.<\/p>\n

<blockquote>\n

<p>Das bringt mich zu dem, was aus meiner Sicht die eigentliche Kernkompetenz der Kreativbranche in der KI-\u00c4ra sein wird: \u00e4sthetisches Urteilsverm\u00f6gen.<\/p>\n<\/blockquote>\n

<p>Nicht die Frage, ob etwas technisch perfekt oder unperfekt ist. Sondern die F\u00e4higkeit, einen eigenen Stil zu entwickeln, zu erkennen, was aus der Masse heraussticht \u2013 und zu begr\u00fcnden, warum. Geschmack ist nicht demokratisch, aber er ist auch nicht beliebig. Er l\u00e4sst sich schulen, diskutieren, weiterentwickeln.<\/p>\n

<p>Wenn KI-Tools es immer mehr Menschen erm\u00f6glichen, visuell hochwertige Inhalte zu produzieren, wird die Frage \u201eWie mache ich das?\" weniger relevant. Die entscheidende Frage wird sein: \u201eWas mache ich \u2013 und warum?\" Die Kreativszene wird gebraucht als kuratorische Instanz, als Geschmacksbildner:innen, als diejenigen, die zwischen austauschbar und bedeutsam unterscheiden k\u00f6nnen.<\/p>","margin":"default"}}]},{"type":"column","props":{"image_position":"center-center","position_sticky_breakpoint":"m","width_medium":"1-2"},"children":[{"type":"image","props":{"image":"wp-content\/uploads\/2025\/11\/Bettina-Knoth-Sean-Weingarten-Helene-Berling-Christoph-Jehlicka-\u2013-HAIC-Awards-2025-scaled.jpg","image_alt":"Bettina Knoth, Sean Weingarten, Helene Berling, Christoph Jehlicka \u2013 HAIC Awards 2025","image_svg_color":"emphasis","margin":"default"}},{"type":"text","props":{"column_breakpoint":"m","content":"

<p>Bettina Knoth, Sean Weingarten, Helene Berling und Christoph Jehlicka. Foto: <span>Stefan Trocha<\/span><\/p>","margin":"default"}}]}]},{"type":"row","props":{"layout":"1-2,1-2"},"children":[{"type":"column","props":{"image_position":"center-center","position_sticky_breakpoint":"m","width_medium":"1-2"},"children":[{"type":"image","props":{"image":"wp-content\/uploads\/2025\/11\/Initiatoren-Jury-Gewinnerinnen-\u2013-HAIC-Awards-2025-scaled-e1763108259245.jpeg","image_alt":"Initiatoren, Jury, Gewinner*innen \u2013 HAIC Awards 2025","image_svg_color":"emphasis","margin":"default"}}]},{"type":"column","props":{"image_position":"center-center","position_sticky_breakpoint":"m","width_medium":"1-2"},"children":[{"type":"headline","props":{"content":"

<p>Props und Verbesserungspotenzial<\/p>","title_element":"h2"}},{"type":"text","props":{"column_breakpoint":"m","content":"

<p>Respekt an die Veranstalter f\u00fcr den Mut, ein solches Format zu etablieren. Die HAIC Awards f\u00fcllen eine L\u00fccke \u2013 einen Raum, in dem KI-gest\u00fctzte Kreativarbeit nicht nur gezeigt, sondern auch diskutiert und gew\u00fcrdigt werden kann.<\/p>\n

<p>Gleichzeitig gibt es f\u00fcr die n\u00e4chste Ausgabe ein paar Stellschrauben, an denen man drehen k\u00f6nnte:<\/p>\n

<ul>\n

<li><b>Kategorien \u00fcberdenken:<\/b> Die aktuelle Aufteilung ist ausbauf\u00e4hig. Vielleicht weniger danach, was produziert wurde (Stills, Videos), sondern mehr danach, wie KI eingesetzt wurde (assistierend, generativ, experimentell)?<\/li>\n

<li><b>Mehr Transparenz bei der Pr\u00e4sentation:<\/b> Ein kurzer Einblick in Tools, Workflows und kreative Entscheidungen w\u00fcrde den Arbeiten mehr Tiefe geben \u2013 und dem Publikum mehr Verst\u00e4ndnis.<\/li>\n

<li><b>Mehr Raum f\u00fcr Stills:<\/b> Die Arbeiten verdienen es, l\u00e4nger gezeigt zu werden. Schnelle Durchl\u00e4ufe werden der Qualit\u00e4t nicht gerecht.<\/li>\n<\/ul>\n

<p>Aber das sind Feinheiten. Dass es die HAIC Awards jetzt gibt, ist das Wichtigste. Ein solches Format braucht die Branche.<\/p>","margin":"default"}}]}]},{"type":"row","props":{"layout":"1-2,1-2"},"children":[{"type":"column","props":{"image_position":"center-center","position_sticky_breakpoint":"m","width_medium":"1-2"},"children":[{"type":"headline","props":{"content":"

<p>K\u00fcnstlichkeit, Wahrhaftigkeit \u2013 und die Frage nach dem Warum<\/p>","title_element":"h2"}},{"type":"text","props":{"column_breakpoint":"m","content":"

<p>Zur\u00fcck zu Didines Satz \u00fcber K\u00fcnstlichkeit und Wahrhaftigkeit. Vielleicht ist das die beste Art, \u00fcber KI in der Kreativbranche nachzudenken. Nicht als Bedrohung f\u00fcr Authentizit\u00e4t, sondern als Werkzeug, das neue Formen von Authentizit\u00e4t erm\u00f6glicht. Als Technologie, die es erlaubt, Visionen zu verwirklichen, die sonst unerreichbar geblieben w\u00e4ren.<\/p>\n

<p>Die Frage ist nicht, ob wir KI nutzen. Die Frage ist, wof\u00fcr \u2013 und ob wir dabei unseren Geschmack, unsere \u00e4sthetische Haltung, unsere Vision behalten. Die Kreativszene wird gebraucht. Nicht als Bedienende von Tools, sondern als diejenigen, die wissen, was es wert ist, gemacht zu werden.<\/p>\n

<p>Mehr zu den HAIC Awards findest Du <a href=\"https:\/\/haic-award.de\">hier<\/a>.\u00a0<br \/>Alle Gewinnerfilme sind auf <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/playlist?list=PL-h0eY2NlLsAeoSS8HNas7JMfyp1YijtH\">Youtube<\/a> zu sehen.<\/p>","margin":"default"}}]},{"type":"column","props":{"image_position":"center-center","position_sticky_breakpoint":"m","width_medium":"1-2"},"children":[{"type":"image","props":{"image":"wp-content\/uploads\/2025\/11\/Garderobenticket-22gegen-diesen-Schein22-\u2013-HAIC-Awards-2025-scaled.jpeg","image_alt":"Garderobenticket gegen diesen Schein \u2013 HAIC Awards 2025","image_svg_color":"emphasis","margin":"default"}}]}]}]}],"version":"4.5.13"} --></p>
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		<title>Wir müssen reden – aber vielleicht weniger übereinander?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christoph]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Oct 2025 11:14:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Startseite]]></category>
		<category><![CDATA[Design Business Days 2025]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wir müssen reden – aber vielleicht weniger übereinander? Design Business Days 2025: Zwei Tage voller KI-Cases, Workshops und Strategietalks. Und einem Moment, der vielleicht mehr über die Kreativbranche verrät als alle Keynotes zusammen. Ein Recap. Curio-Haus, Hamburg Rothenbaum, am späten Vormittag des 2. Oktober. Die Design Business Days 2025 laufen seit etwas mehr als 24 Stunden, [&#8230;]</p>
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<p>Wir müssen reden – <em>aber vielleicht weniger übereinander?</em></p>
</h1>
<blockquote>
<p><em>Design Business Days 2025:<span class="Apple-converted-space"> </span></em><i>Zwei Tage voller KI-Cases, Workshops und Strategietalks. Und einem Moment, der vielleicht mehr über die Kreativbranche verrät als alle Keynotes zusammen. Ein Recap.</i></p>
</blockquote>
<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2025/10/Design-Business-Days-2025-%E2%80%93-Anne-Kaiser-und-Conrad-Breyer-scaled.jpeg" alt="Design Business Days 2025 - Anne Kaiser und Conrad Breyer"><br />
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2025/10/Strategie-Workshop-scaled.jpeg" alt="Strategie-Workshop von Till Oyen (Radikant)"></p>
<div>
<p>Curio-Haus, Hamburg Rothenbaum, am späten Vormittag des 2. Oktober. Die Design Business Days 2025 laufen seit etwas mehr als 24 Stunden, und im Workshop spekuliert ein Raum voller Kreativer darüber, wie Entscheider:innen in mittelständischen Unternehmen wohl ticken. Wahrscheinlich „eher konservativ“, vermuten gleich mehrere Designer:innen. Und sicher haben sie „Angst vor Veränderung und Innovationen“.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Auf dem Stuhl neben mir, im hinteren Drittel des Raums, rutscht eine junge Frau im Businessdress unruhig hin und her. Mehrfach versucht sie, sich bemerkbar zu machen. Vergeblich.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>In der Mittagspause kommen wir ins Gespräch. Ich frage nach, was sie so nervös gemacht hat. Es stellt sich heraus: Sie ist Marketingleiterin eines mittelständischen Maschinenbauunternehmens – eine der wenigen Vertreterinnen aus der Industrie auf der Veranstaltung. Und sie ist alles andere als einverstanden mit den Zuschreibungen aus dem Workshop. Ihr Unternehmen sei alles andere als innovationsscheu und konservativ …<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Eine kleine Anekdote nur. Aber sie bringt auf den Punkt, worum es an beiden Event-Tagen eigentlich ging. Doch der Reihe nach:</p>
</div>
<h2>
<p>KI: Weniger Drama, mehr Klarheit</p>
</h2>
<div>
<p>Die dritte Ausgabe der Design Business Days legte viel Gewicht auf das Empowerment der Kreativbranche. Leitfrage: Wie können Kreativschaffende in Zeiten von KI ihren Stellenwert behaupten bzw. neu definieren?</p>
<p>Mein Eindruck: Die Antworten werden konkreter und deutlich weniger mantrahaft. Der Hype (wahlweise: die Angst) weicht langsam einem Verständnis für die tatsächlichen Grenzen und Möglichkeiten der Technologie.</p>
<p>Ein Beispiel: Der Case „Eternal Bloom“ von Jan Kruse (Fork Unstable Media) und Aaron Hahn (SWR). Für die Schwetzinger SWR Festspiele wurde eine neue CI geschaffen – visuell ansprechendes Hochglanz-Design, basierend auf den geometrischen Strukturen der barocken Schlossanlage, optimiert für digitale Anwendungen. Als belebendes Element: animierte Sequenzen von farbgewaltigen Blumen-Close-Ups.</p>
<p>Auf die Publikumsfrage, welcher Teil des Designsystems denn KI-generiert sei, stellte sich heraus: nur die floralen Bildsequenzen. Ein relativ kleiner Teil der gesamten Arbeit also. Eine Antwort, die manche enttäuscht, andere beruhigt haben wird.</p>
<p><b>Was heißt das für die Praxis?</b> KI ist Werkzeug, nicht Wundermittel. Und: Die Marketing-Kommunikation von Projekten überhöht oft den KI-Anteil – was unrealistische Erwartungen schürt.</p>
<p>Noch interessanter aber: Dieser Case hat dafür gesorgt, dass die Rechtsabteilung des SWR (und in dem Zusammenhang auch die der ARD) ein eigenes Konzept für die Nutzung von generativer KI im öffentlich-rechtlichen Rundfunk erstellt hat. Ein starkes Beispiel dafür, wie Kreativschaffende als Early Adopter gesellschaftlichen Wandel anstoßen.</p>
</div>
<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2025/10/KI-Case-von-Aaron-Han-und-Jan-Kruse-scaled.jpeg" alt="Use Case von Aaron Hahn (SWR) und Jan Kruse (Fork Unstable Media)"><br />
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2025/10/KI-Case-von-Jasper-Krog-und-Simon-Graff-scaled.jpeg" alt="Use Case von Jasper Krog und Simon Graff"></p>
<h2>
<p>Wo der Business Case klar ist, wird&#8217;s ernst</p>
</h2>
<div>
<p>Dass dieser Wandel in der freien Wirtschaft oft schneller vollzogen wird, zeigte der Case von Simon Graff und Jasper Krog (Gebr. Heinemann): „AI goes Business“. Die beiden gaben lebhafte Einblicke in ihre Zusammenarbeit und verdeutlichten, an welchen Stellen KI-Anwendungen sinnvoll in den Design-Prozess integriert werden können – und an welchen nicht. Zudem präsentierten sie Strategien, um Mitarbeiter:innen mitzunehmen, Ängste abzubauen und Nutzen niedrigschwellig erfahrbar zu machen.</p>
<p>Gleichzeitig wurde klar: Wo der ökonomische Vorteil der KI-Nutzung eklatant ist – etwa bei der Produktion von werblichem Bildmaterial mit kurzer Halbwertzeit – werden Unternehmen künftig immer weniger auf konventionelle Weise Content erstellen (lassen).</p>
<p><b>Was heißt das für die Praxis?</b> Kreative sollten nicht gegen KI argumentieren, wo der Business Case eindeutig ist. Stattdessen: den eigenen Mehrwert dort positionieren, wo menschliche Expertise unersetzlich ist – Strategie, Konzeption, Kontextverständnis.</p>
</div>
<h2>
<p>Strategisch denken heißt: zuhören</p>
</h2>
<div>
<p>An Tag 2 ging es verstärkt um die strategische Positionierung von Designer:innen in der Business-Landschaft. Markenberaterin und Autorin Maren Martschenko sprach über das Thema ihres Longsellers „Design ist mehr als schnell mal schön“. Sie gab hands-on Beispiele für strategische Fragen im Designkontext und umriss die künftige Rolle der Kreativen als strategische Sparringspartner:innen auf Augenhöhe mit dem Management.</p>
<p>Im Workshop „Strategisch denken für Designer:innen“ stieg Radikant-Co-Founder Till Oyen dann tiefer in dieses Thema ein – unter anderem, indem er Einblicke in die Denk- und Handlungsmuster von Unternehmensvertreter:innen vermittelte. Er gab viele gute Hinweise, um die Partner:innen auf Unternehmensseite besser zu verstehen und zu überzeugen.</p>
<p>Und dann passierte es: die eingangs beschriebene Szene mit der Marketingleiterin.</p>
<p>Ein wenig sinnbildlich für den Status Quo, oder? Da wird über strategische Positionierung auf Augenhöhe gesprochen – und gleichzeitig spricht ein Raum voller Kreativer über „die Unternehmen“, als wären sie eine homogene Masse rückständiger Bedenkenträger. Während eine echte Vertreterin genau dieser Unternehmen im Raum sitzt. Und nicht gehört wird.</p>
<p><b>Was heißt das für die Praxis?</b> Strategisch denken beginnt mit echtem Interesse an der anderen Seite. Nicht mit Projektionen und Annahmen. Vielleicht sollten wir öfter die eigene Echokammer verlassen – und tatsächlich mit den Menschen reden, für die wir gestalten wollen.</p>
</div>
<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2025/10/Keynote-von-Mara-Martschenko-22Design-ist-mehr-als-schnell-mal-schoen22-scaled.jpeg" alt="Keynote von Mara Martschenko "Design ist mehr als schnell mal schön""><br />
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2025/10/Keynote-von-Antje-Kruse-Schomaker-22The-State-of-Digital-Design-scaled.jpeg" alt="Keynote von Antje Kruse-Schomaker (IBM iX)"></p>
<h2>
<p>Keine Simulation ersetzt das Gespräch</p>
</h2>
<div>
<p>Diese Erkenntnis unterstrich auch die abschließende Keynote „The State of Digital Design“ von Antje Kruse-Schomaker (IBM iX). Sie betonte die hohe Qualität, die KI bereits bei analytischen Aufgaben wie der Persona-Erstellung liefert – wies aber explizit darauf hin, dass keine Simulation die echte Recherche und das Gespräch mit der Zielgruppe ersetzt.</p>
<p>Ein Satz, der in seiner Schlichtheit nach zwei Tagen zum Kern vordringt: <b>Technologie kann vieles simulieren. Aber wir leben und arbeiten immer noch in der Wirklichkeit.</b><b></b></p>
<p>Vielleicht ist die eigentliche Disruption also gar nicht die KI. Sondern die Frage, ob wir endlich lernen, miteinander statt übereinander zu reden. Die Werkzeuge dafür haben wir längst – sie sind nur nicht generativ, sondern kommunikativ.</p>
<p>Die Marketingleiterin übrigens hat mir in der Pause erzählt, dass ihr Unternehmen gerade ein großes Re-Branding plant. Mit externer Agentur. Ich hoffe, die Agentur hört besser zu als die Kreativen im Workshop-Raum.</p>
</div>
<p><span id="more-1230"></span><br />
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<p>Wir m\u00fcssen reden \u2013 <em>aber vielleicht weniger \u00fcbereinander?<\/em><\/p>","title_element":"h1"}},{"type":"quotation","props":{"content":"

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<p>Curio-Haus, Hamburg Rothenbaum, am sp\u00e4ten Vormittag des 2. Oktober. Die Design Business Days 2025 laufen seit etwas mehr als 24 Stunden, und im Workshop spekuliert ein Raum voller Kreativer dar\u00fcber, wie Entscheider:innen in mittelst\u00e4ndischen Unternehmen wohl ticken. Wahrscheinlich \u201eeher konservativ\u201c, vermuten gleich mehrere Designer:innen. Und sicher haben sie \u201eAngst vor Ver\u00e4nderung und Innovationen\u201c.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n

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<p>In der Mittagspause kommen wir ins Gespr\u00e4ch. Ich frage nach, was sie so nerv\u00f6s gemacht hat. Es stellt sich heraus: Sie ist Marketingleiterin eines mittelst\u00e4ndischen Maschinenbauunternehmens \u2013 eine der wenigen Vertreterinnen aus der Industrie auf der Veranstaltung. Und sie ist alles andere als einverstanden mit den Zuschreibungen aus dem Workshop. Ihr Unternehmen sei alles andere als innovationsscheu und konservativ \u2026<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n

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<p>Die dritte Ausgabe der Design Business Days legte viel Gewicht auf das Empowerment der Kreativbranche. Leitfrage: Wie k\u00f6nnen Kreativschaffende in Zeiten von KI ihren Stellenwert behaupten bzw. neu definieren?<\/p>\n

<p>Mein Eindruck: Die Antworten werden konkreter und deutlich weniger mantrahaft. Der Hype (wahlweise: die Angst) weicht langsam einem Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die tats\u00e4chlichen Grenzen und M\u00f6glichkeiten der Technologie.<\/p>\n

<p>Ein Beispiel: Der Case \u201eEternal Bloom\u201c von Jan Kruse (Fork Unstable Media) und Aaron Hahn (SWR). F\u00fcr die Schwetzinger SWR Festspiele wurde eine neue CI geschaffen \u2013 visuell ansprechendes Hochglanz-Design, basierend auf den geometrischen Strukturen der barocken Schlossanlage, optimiert f\u00fcr digitale Anwendungen. Als belebendes Element: animierte Sequenzen von farbgewaltigen Blumen-Close-Ups.<\/p>\n

<p>Auf die Publikumsfrage, welcher Teil des Designsystems denn KI-generiert sei, stellte sich heraus: nur die floralen Bildsequenzen. Ein relativ kleiner Teil der gesamten Arbeit also. Eine Antwort, die manche entt\u00e4uscht, andere beruhigt haben wird.<\/p>\n

<p><b>Was hei\u00dft das f\u00fcr die Praxis?<\/b> KI ist Werkzeug, nicht Wundermittel. Und: Die Marketing-Kommunikation von Projekten \u00fcberh\u00f6ht oft den KI-Anteil \u2013 was unrealistische Erwartungen sch\u00fcrt.<\/p>\n

<p>Noch interessanter aber: Dieser Case hat daf\u00fcr gesorgt, dass die Rechtsabteilung des SWR (und in dem Zusammenhang auch die der ARD) ein eigenes Konzept f\u00fcr die Nutzung von generativer KI im \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk erstellt hat. Ein starkes Beispiel daf\u00fcr, wie Kreativschaffende als Early Adopter gesellschaftlichen Wandel ansto\u00dfen.<\/p>","margin":"default"}}]},{"type":"column","props":{"image_position":"center-center","position_sticky_breakpoint":"m","width_medium":"1-2"},"children":[{"type":"image","props":{"image":"wp-content\/uploads\/2025\/10\/KI-Case-von-Aaron-Han-und-Jan-Kruse-scaled.jpeg","image_alt":"Use Case von Aaron Hahn (SWR) und Jan Kruse (Fork Unstable Media)","image_svg_color":"emphasis","margin":"default"}}]}]},{"type":"row","props":{"layout":"1-2,1-2"},"children":[{"type":"column","props":{"image_position":"center-center","position_sticky_breakpoint":"m","width_medium":"1-2"},"children":[{"type":"image","props":{"image":"wp-content\/uploads\/2025\/10\/KI-Case-von-Jasper-Krog-und-Simon-Graff-scaled.jpeg","image_alt":"Use Case von Jasper Krog und Simon Graff","image_svg_color":"emphasis","margin":"default"}}]},{"type":"column","props":{"image_position":"center-center","position_sticky_breakpoint":"m","width_medium":"1-2"},"children":[{"type":"headline","props":{"content":"

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<p>Gleichzeitig wurde klar: Wo der \u00f6konomische Vorteil der KI-Nutzung eklatant ist \u2013 etwa bei der Produktion von werblichem Bildmaterial mit kurzer Halbwertzeit \u2013 werden Unternehmen k\u00fcnftig immer weniger auf konventionelle Weise Content erstellen (lassen).<\/p>\n

<p><b>Was hei\u00dft das f\u00fcr die Praxis?<\/b> Kreative sollten nicht gegen KI argumentieren, wo der Business Case eindeutig ist. Stattdessen: den eigenen Mehrwert dort positionieren, wo menschliche Expertise unersetzlich ist \u2013 Strategie, Konzeption, Kontextverst\u00e4ndnis.<\/p>","margin":"default"}}]}]},{"type":"row","props":{"layout":"1-2,1-2"},"children":[{"type":"column","props":{"image_position":"center-center","position_sticky_breakpoint":"m","width_medium":"1-2"},"children":[{"type":"headline","props":{"content":"

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<p>Im Workshop \u201eStrategisch denken f\u00fcr Designer:innen\u201c stieg Radikant-Co-Founder Till Oyen dann tiefer in dieses Thema ein \u2013 unter anderem, indem er Einblicke in die Denk- und Handlungsmuster von Unternehmensvertreter:innen vermittelte. Er gab viele gute Hinweise, um die Partner:innen auf Unternehmensseite besser zu verstehen und zu \u00fcberzeugen.<\/p>\n

<p>Und dann passierte es: die eingangs beschriebene Szene mit der Marketingleiterin.<\/p>\n

<p>Ein wenig sinnbildlich f\u00fcr den Status Quo, oder? Da wird \u00fcber strategische Positionierung auf Augenh\u00f6he gesprochen \u2013 und gleichzeitig spricht ein Raum voller Kreativer \u00fcber \u201edie Unternehmen\u201c, als w\u00e4ren sie eine homogene Masse r\u00fcckst\u00e4ndiger Bedenkentr\u00e4ger. W\u00e4hrend eine echte Vertreterin genau dieser Unternehmen im Raum sitzt. Und nicht geh\u00f6rt wird.<\/p>\n

<p><b>Was hei\u00dft das f\u00fcr die Praxis?<\/b> Strategisch denken beginnt mit echtem Interesse an der anderen Seite. Nicht mit Projektionen und Annahmen. Vielleicht sollten wir \u00f6fter die eigene Echokammer verlassen \u2013 und tats\u00e4chlich mit den Menschen reden, f\u00fcr die wir gestalten wollen.<\/p>","margin":"default"}}]},{"type":"column","props":{"image_position":"center-center","position_sticky_breakpoint":"m","width_medium":"1-2"},"children":[{"type":"image","props":{"image":"wp-content\/uploads\/2025\/10\/Keynote-von-Mara-Martschenko-22Design-ist-mehr-als-schnell-mal-schoen22-scaled.jpeg","image_alt":"Keynote von Mara Martschenko \"Design ist mehr als schnell mal sch\u00f6n\"","image_svg_color":"emphasis","margin":"default"}}]}]},{"type":"row","props":{"layout":"1-2,1-2"},"children":[{"type":"column","props":{"image_position":"center-center","position_sticky_breakpoint":"m","width_medium":"1-2"},"children":[{"type":"image","props":{"image":"wp-content\/uploads\/2025\/10\/Keynote-von-Antje-Kruse-Schomaker-22The-State-of-Digital-Design-scaled.jpeg","image_alt":"Keynote von Antje Kruse-Schomaker (IBM iX)","image_svg_color":"emphasis","margin":"default"}}]},{"type":"column","props":{"image_position":"center-center","position_sticky_breakpoint":"m","width_medium":"1-2"},"children":[{"type":"headline","props":{"content":"

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<p>Diese Erkenntnis unterstrich auch die abschlie\u00dfende Keynote \u201eThe State of Digital Design\u201c von Antje Kruse-Schomaker (IBM iX). Sie betonte die hohe Qualit\u00e4t, die KI bereits bei analytischen Aufgaben wie der Persona-Erstellung liefert \u2013 wies aber explizit darauf hin, dass keine Simulation die echte Recherche und das Gespr\u00e4ch mit der Zielgruppe ersetzt.<\/p>\n

<p>Ein Satz, der in seiner Schlichtheit nach zwei Tagen zum Kern vordringt: <b>Technologie kann vieles simulieren. Aber wir leben und arbeiten immer noch in der Wirklichkeit.<\/b><b><\/b><\/p>\n

<p>Vielleicht ist die eigentliche Disruption also gar nicht die KI. Sondern die Frage, ob wir endlich lernen, miteinander statt \u00fcbereinander zu reden. Die Werkzeuge daf\u00fcr haben wir l\u00e4ngst \u2013 sie sind nur nicht generativ, sondern kommunikativ.<\/p>\n

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<p>Der Beitrag <a href="https://www.jehlicka.agency/2025/10/10/wir-muessen-reden-aber-vielleicht-weniger-uebereinander/">Wir müssen reden – aber vielleicht weniger übereinander?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.jehlicka.agency">Jehlicka.agency</a>.</p>
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		<title>Warum ich nie Werbetexte schreiben wollte …</title>
		<link>https://www.jehlicka.agency/2024/06/17/warum-ich-nie-werbetexter-werden-wollte/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=warum-ich-nie-werbetexter-werden-wollte</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Christoph]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Jun 2024 11:18:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>… und es inzwischen mit Freude und Überzeugung tue.</p>
<p>Werbung ist Volksverdummung. Langweilig. Überflüssig. Irreführend. Werbung machen bedeutet: Verkaufen um des Verkaufens Willen. Überkonsum ankurbeln. Lügen.</p>
<p>Alles richtig. Alles falsch. Ein paar persönliche Erkenntnisse.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.jehlicka.agency/2024/06/17/warum-ich-nie-werbetexter-werden-wollte/">Warum ich nie Werbetexte schreiben wollte …</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.jehlicka.agency">Jehlicka.agency</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2024/06/735A3062.jpg" alt="Warum ich nie Werbetexter werden wollte"></p>
<h1>
<h1 data-id="page#0-0-1-0" data-element="">Warum ich nie <em>Werbetexte schreiben </em>wollte …</h1>
</h1>
<h3>
<h3 data-id="page#0-0-1-1" data-element="">… und es inzwischen <em>mit Freude und Überzeugung</em> tue.</h3>
</h3>
<blockquote>
<p>Werbung ist Volksverdummung. Langweilig. Überflüssig. Irreführend. Werbung machen bedeutet: Verkaufen um des Verkaufens Willen. Überkonsum ankurbeln. Lügen.</p>
<p>Alles richtig. Alles falsch. Ein paar persönliche Erkenntnisse.</p>
</blockquote>
<div>
<div class="uk-panel uk-margin" data-id="page#1-0-0-0" data-element="">
<p>Dieser Beitrag ist rein beruflich. Dieser Beitrag ist recht persönlich. Ich arbeite – mit unterschiedlicher Intensität – seit mehr als 15 Jahren als Werbetexter. Ich habe Texte für Websites, Newsletter und Mailings geschrieben. Texte für Flyer, Broschüren, Anzeigen und vieles mehr. Ich habe als Texter in Agenturen und als Freelance-Texter gearbeitet. Ich habe im letzten Jahr jede Menge Zeit und Energie investiert, um mich als Werbetexter zu positionieren. Du bist gerade auf meiner Website. Hier geht es (fast) ausschließlich um Werbetexte. Trotzdem wollte ich nie Werbetexter werden.</p>
<p>Wie passt das zusammen? Die kurze Antwort: Innere Haltungen können sich ändern.</p>
</div>
<div class="uk-panel uk-margin" data-id="page#1-0-0-1" data-element="">
<p>Die ausführliche Antwort? Begann mit einem Anruf im Dezember 2021.</p>
<p>Eine frühere Kollegin aus <a href="https://www.jehlicka.agency/copywriter-und-sprachexperte/">meiner ersten Agenturstation</a> rief mich nach langer Funkstille mal wieder an. Ob ich noch texten würde? Sie bräuchte einen Werbetexter für die Website einer Hamburger Stiftung. Ich bejahte. Vermutlich mit der mangelnden Euphorie und Überzeugung, die ich zu jener Zeit für diese Tätigkeit empfand. Beiläufig – und etwas amüsiert, wie mir schien – merkte sie an, dass ich ja nicht einmal eine eigene Website hätte. Ich ging nicht weiter darauf ein. Sie umriss kurz das anstehende Projekt und sagte, dass sie sich zeitnah mit weiteren Infos melden würde. So verblieben wir vorerst.</p>
<p>Wozu?, fragte ich mich, nachdem wir aufgelegt hatten.</p>
</div>
</div>
<h2>
<h2 data-id="page#1-0-0-2" data-element="">WOZU BRAUCHE ICH EINE WEBSITE?</h2>
</h2>
<div>
<p>Ich befand mich in einer Art beruflicher Findungsphase – die allerdings schon seit einigen Jahren andauerte. Ich war seit längerer Zeit Freelancer. Alle paar Wochen kamen Übersetzungsaufträge rein, hin und wieder ein Textjob. Die meisten beruflichen Gedanken kreisten um die Arbeit an meinem neuem Buch. Zwei Jahre zuvor hatte ich meinen Debütroman veröffentlicht. Nicht ohne Erfolg bei Kritik und Publikum. Doch obwohl die erste Auflage innerhalb weniger Monate vergriffen war, ließ sich nicht länger verdrängen, dass die Sache ein wirtschaftliches Desaster war. (Zur groben Einordnung: Mit den Verkäufen des Buches, an dem ich ca. 5 Jahre gearbeitet hatte, verdiente ich in etwa soviel, wie heute in einem halben Monat. Der Literaturbetrieb – das Eldorado (sic!) der Selbstausbeuter:innen.) Trotzdem stand fest: Ich wollte nichts weniger, als Werbetexter sein.</p>
<p>Gründe dafür gab es viele. Ein Auszug aus der Liste meiner damaligen Glaubenssätze.</p>
</div>
<h2>
<h2 data-id="page#1-0-0-4" data-element="">GLAUBENSSÄTZE ÜBER DIE WERBUNG</h2>
</h2>
<div>
<p>Werbung ist langweilig.</p>
<p>Werbung ist Volksverdummung.</p>
<p>Werbung ist überflüssig.</p>
<p>Werbung ist irreführend.</p>
<p>Werbung bedeutet: Verkaufen um des Verkaufens Willen.</p>
<p>Werbung bedeutet: Dinge verkaufen, die niemand wirklich braucht.</p>
<p>Werbung bedeutet: Überkonsum ankurbeln.</p>
<p>Werbung bedeutet: lügen.</p>
<p>Und vor allem: Werbetexte zu schreiben, ist unter meinem Niveau.</p>
<p>Schließlich war ich doch dazu bestimmt, Schriftsteller zu sein, Romane zu schreiben – das Wahre, Schöne, Gute!</p>
</div>
<h1>
<h2 data-id="page#1-0-0-6" data-element="">GUTE WERBUNG, SCHLECHTE WERBUNG</h2>
</h1>
<div>
<p>Das Interessante: Viele dieser Sätze würde ich heute noch unterschreiben. Es stimmt: Ein Großteil der Werbung, die tagtäglich auf uns einprasselt, ist langweilig, überflüssig, irreführend. Viele Produkte und Dienstleistungen, die darin angepriesen werden, sind verzichtbar – oder sogar schädlich für Mensch und Umwelt. Unfassbare Summen werden für <a href="https://www.vzbv.de/pressemitteilungen/werbung-mit-protein-mehr-schein-als-sein">fragwürdige Marketingkampagnen</a> verpulvert, die überteuerte Produkte in übersättigte Märkte pushen.</p>
<p>Aber.</p>
<p>Der große Unterschied zu damals: Ich würde die Sätze nicht mehr in ihrer Allgemeingültigkeit unterschreiben. Es sind keine Glaubenssätze mehr. (Wer und was mir dabei geholfen hat, hinderliche Glaubenssätze über Bord zu werfen, schreibe ich bei anderer Gelegenheit …)</p>
<p>Wichtig im jetzigen Kontext: Ich habe neue Erkenntnisse gewonnen. Und zum Teil auch alte Erkenntnisse reaktiviert. Denn:</p>
<p>Werbung kann <a href="https://www.watson.ch/spass/leben/306992289-so-sieht-gute-werbung-aus-21-kreative-und-lustige-beispiele">unterhaltsam</a> sein.</p>
<p>Werbung kann <a href="https://www.adc.de/wettbewerb/adc-gallery/detail/year/2024/entry/87576">Aufklärungsarbeit</a> leisten.</p>
<p>Werbung kann zu gesellschaftlichen Debatten beitragen.</p>
<p>Werbung sagt sogar manchmal <a href="https://www.stuttgarter-nachrichten.de/gallery.selbstironische-werbung-der-stadt-was-hinter-der-skurrilen-reutlingen-kampagne-steckt.54eeb607-da27-4192-aee4-ba95cf77fd55.html/id/486b7015-5d97-427b-9e8d-a21f2565b9a5">die Wahrheit</a>.</p>
<p>Für mich persönlich aber die wichtigste Erkenntnis: Werbetexte zu schreiben, ist <span>nicht</span> zwangsläufig unter meinem Niveau.</p>
<p>Vielmehr liegt es an mir selbst, was ich daraus mache.</p>
</div>
<h2>
<h2 data-id="page#1-0-0-9" data-element="">ICH HEBE DAS NIVEAU DER WERBETEXTE</h2>
</h2>
<div>
<p>Wenn ich für Kund:innen, Produkte oder Dienstleistungen werbe, die mir am Herzen liegen, kann das sehr erfüllend sein. Ich lerne neue Persönlichkeiten, Welten und Sichtweisen kennen – und verhelfe anderen Menschen mit meinem Wissen und meinen Fähigkeiten zu mehr Erfolg. Was könnte schöner sein?</p>
<p>Auch das Vorurteil, Werbung sei immer oberflächlich, hat sich als falsch herausgestellt. Gerade der Prozess, der dem Texten vorausgeht, ist oft sehr intensiv und tiefgreifend. Die Gespräche mit Unternehmer*innen und Kolleg*innen, das Eintauchen in neue Geschäftswelten, das Herausarbeiten von Unternehmenswerten und persönlichen Antrieben – all das ist hochinteressant, herausfordernd und herrlich abwechslungsreich.</p>
<p>Zur Zeit arbeite ich an mehreren Projekten, bei denen es – neben der verbesserten Außendarstellung durch Werbetexte – auch um die strategische Neuausrichtung der Kund:innen geht. Für mich eines der spannendsten Felder im Bereich des unternehmerischen Handelns – direkt an der Schnittstelle von Kerngeschäft, Mitarbeiterführung und Marketing. (Auch darüber berichte ich ein anderes Mal gern ausführlicher …)</p>
<p>Inzwischen freue ich mich über jeden Anruf meiner früheren Kollegin und über jede neue Anfrage. Ich arbeite wirklich gern als Werbetexter – obwohl ich nie einer werden wollte.</p>
</div>
<p><span id="more-973"></span><br />
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<p>Werbung ist Volksverdummung. Langweilig. \u00dcberfl\u00fcssig. Irref\u00fchrend. Werbung machen bedeutet: Verkaufen um des Verkaufens Willen. \u00dcberkonsum ankurbeln. L\u00fcgen.<\/p>\n

<p>Alles richtig. Alles falsch. Ein paar pers\u00f6nliche Erkenntnisse.<\/p>"}}]}]}]},{"type":"section","props":{"image_position":"center-center","style":"default","title_breakpoint":"xl","title_position":"top-left","title_rotation":"left","vertical_align":"middle","width":"default"},"children":[{"type":"row","children":[{"type":"column","props":{"image_position":"center-center","position_sticky_breakpoint":"m"},"children":[{"type":"text","props":{"column_breakpoint":"m","content":"

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<p>Dieser Beitrag ist rein beruflich. Dieser Beitrag ist recht pers\u00f6nlich. Ich arbeite \u2013 mit unterschiedlicher Intensit\u00e4t \u2013 seit mehr als 15 Jahren als Werbetexter. Ich habe Texte f\u00fcr Websites, Newsletter und Mailings geschrieben. Texte f\u00fcr Flyer, Brosch\u00fcren, Anzeigen und vieles mehr. Ich habe als Texter in Agenturen und als Freelance-Texter gearbeitet. Ich habe im letzten Jahr jede Menge Zeit und Energie investiert, um mich als Werbetexter zu positionieren. Du bist gerade auf meiner Website. Hier geht es (fast) ausschlie\u00dflich um Werbetexte. Trotzdem wollte ich nie Werbetexter werden.<\/p>\n

<p>Wie passt das zusammen? Die kurze Antwort: Innere Haltungen k\u00f6nnen sich \u00e4ndern.<\/p>\n<\/div>\n

<div class=\"uk-panel uk-margin\" data-id=\"page#1-0-0-1\" data-element=\"\">\n

<p>Die ausf\u00fchrliche Antwort? Begann mit einem Anruf im Dezember 2021.<\/p>\n

<p>Eine fr\u00fchere Kollegin aus <a href=\"https:\/\/www.jehlicka.agency\/copywriter-und-sprachexperte\/\">meiner ersten Agenturstation<\/a> rief mich nach langer Funkstille mal wieder an. Ob ich noch texten w\u00fcrde? Sie br\u00e4uchte einen Werbetexter f\u00fcr die Website einer Hamburger Stiftung. Ich bejahte. Vermutlich mit der mangelnden Euphorie und \u00dcberzeugung, die ich zu jener Zeit f\u00fcr diese T\u00e4tigkeit empfand. Beil\u00e4ufig \u2013 und etwas am\u00fcsiert, wie mir schien \u2013 merkte sie an, dass ich ja nicht einmal eine eigene Website h\u00e4tte. Ich ging nicht weiter darauf ein. Sie umriss kurz das anstehende Projekt und sagte, dass sie sich zeitnah mit weiteren Infos melden w\u00fcrde. So verblieben wir vorerst.<\/p>\n

<p>Wozu?, fragte ich mich, nachdem wir aufgelegt hatten.<\/p>\n<\/div>","margin":"default"}},{"type":"headline","props":{"content":"

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<p>Ich befand mich in einer Art beruflicher Findungsphase \u2013 die allerdings schon seit einigen Jahren andauerte. Ich war seit l\u00e4ngerer Zeit Freelancer. Alle paar Wochen kamen \u00dcbersetzungsauftr\u00e4ge rein, hin und wieder ein Textjob. Die meisten beruflichen Gedanken kreisten um die Arbeit an meinem neuem Buch. Zwei Jahre zuvor hatte ich meinen Deb\u00fctroman ver\u00f6ffentlicht. Nicht ohne Erfolg bei Kritik und Publikum. Doch obwohl die erste Auflage innerhalb weniger Monate vergriffen war, lie\u00df sich nicht l\u00e4nger verdr\u00e4ngen, dass die Sache ein wirtschaftliches Desaster war. (Zur groben Einordnung: Mit den Verk\u00e4ufen des Buches, an dem ich ca. 5 Jahre gearbeitet hatte, verdiente ich in etwa soviel, wie heute in einem halben Monat. Der Literaturbetrieb \u2013 das Eldorado (sic!) der Selbstausbeuter:innen.) Trotzdem stand fest: Ich wollte nichts weniger, als Werbetexter sein.<\/p>\n

<p>Gr\u00fcnde daf\u00fcr gab es viele. Ein Auszug aus der Liste meiner damaligen Glaubenss\u00e4tze.<\/p>","margin":"default"}},{"type":"headline","props":{"content":"

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<p>Werbung ist langweilig.<\/p>\n

<p>Werbung ist Volksverdummung.<\/p>\n

<p>Werbung ist \u00fcberfl\u00fcssig.<\/p>\n

<p>Werbung ist irref\u00fchrend.<\/p>\n

<p>Werbung bedeutet: Verkaufen um des Verkaufens Willen.<\/p>\n

<p>Werbung bedeutet: Dinge verkaufen, die niemand wirklich braucht.<\/p>\n

<p>Werbung bedeutet: \u00dcberkonsum ankurbeln.<\/p>\n

<p>Werbung bedeutet: l\u00fcgen.<\/p>\n

<p>Und vor allem: Werbetexte zu schreiben, ist unter meinem Niveau.<\/p>\n

<p>Schlie\u00dflich war ich doch dazu bestimmt, Schriftsteller zu sein, Romane zu schreiben \u2013 das Wahre, Sch\u00f6ne, Gute!<\/p>","margin":"default"}},{"type":"headline","props":{"content":"

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<p>Das Interessante: Viele dieser S\u00e4tze w\u00fcrde ich heute noch unterschreiben. Es stimmt: Ein Gro\u00dfteil der Werbung, die tagt\u00e4glich auf uns einprasselt, ist langweilig, \u00fcberfl\u00fcssig, irref\u00fchrend. Viele Produkte und Dienstleistungen, die darin angepriesen werden, sind verzichtbar \u2013 oder sogar sch\u00e4dlich f\u00fcr Mensch und Umwelt. Unfassbare Summen werden f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.vzbv.de\/pressemitteilungen\/werbung-mit-protein-mehr-schein-als-sein\">fragw\u00fcrdige Marketingkampagnen<\/a> verpulvert, die \u00fcberteuerte Produkte in \u00fcbers\u00e4ttigte M\u00e4rkte pushen.<\/p>\n

<p>Aber.<\/p>\n

<p>Der gro\u00dfe Unterschied zu damals: Ich w\u00fcrde die S\u00e4tze nicht mehr in ihrer Allgemeing\u00fcltigkeit unterschreiben. Es sind keine Glaubenss\u00e4tze mehr. (Wer und was mir dabei geholfen hat, hinderliche Glaubenss\u00e4tze \u00fcber Bord zu werfen, schreibe ich bei anderer Gelegenheit \u2026)<\/p>\n

<p>Wichtig im jetzigen Kontext: Ich habe neue Erkenntnisse gewonnen. Und zum Teil auch alte Erkenntnisse reaktiviert. Denn:<\/p>\n

<p>Werbung kann <a href=\"https:\/\/www.watson.ch\/spass\/leben\/306992289-so-sieht-gute-werbung-aus-21-kreative-und-lustige-beispiele\">unterhaltsam<\/a> sein.<\/p>\n

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<p>Werbung kann zu gesellschaftlichen Debatten beitragen.<\/p>\n

<p>Werbung sagt sogar manchmal <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/gallery.selbstironische-werbung-der-stadt-was-hinter-der-skurrilen-reutlingen-kampagne-steckt.54eeb607-da27-4192-aee4-ba95cf77fd55.html\/id\/486b7015-5d97-427b-9e8d-a21f2565b9a5\">die Wahrheit<\/a>.<\/p>\n

<p>F\u00fcr mich pers\u00f6nlich aber die wichtigste Erkenntnis: Werbetexte zu schreiben, ist <span>nicht<\/span> zwangsl\u00e4ufig unter meinem Niveau.<\/p>\n

<p>Vielmehr liegt es an mir selbst, was ich daraus mache.<\/p>","margin":"default"}},{"type":"headline","props":{"content":"

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<p>Auch das Vorurteil, Werbung sei immer oberfl\u00e4chlich, hat sich als falsch herausgestellt. Gerade der Prozess, der dem Texten vorausgeht, ist oft sehr intensiv und tiefgreifend. Die Gespr\u00e4che mit Unternehmer*innen und Kolleg*innen, das Eintauchen in neue Gesch\u00e4ftswelten, das Herausarbeiten von Unternehmenswerten und pers\u00f6nlichen Antrieben \u2013 all das ist hochinteressant, herausfordernd und herrlich abwechslungsreich.<\/p>\n

<p>Zur Zeit arbeite ich an mehreren Projekten, bei denen es \u2013 neben der verbesserten Au\u00dfendarstellung durch Werbetexte \u2013 auch um die strategische Neuausrichtung der Kund:innen geht. F\u00fcr mich eines der spannendsten Felder im Bereich des unternehmerischen Handelns \u2013 direkt an der Schnittstelle von Kerngesch\u00e4ft, Mitarbeiterf\u00fchrung und Marketing. (Auch dar\u00fcber berichte ich ein anderes Mal gern ausf\u00fchrlicher \u2026)<\/p>\n

<p>Inzwischen freue ich mich \u00fcber jeden Anruf meiner fr\u00fcheren Kollegin und \u00fcber jede neue Anfrage. Ich arbeite wirklich gern als Werbetexter \u2013 obwohl ich nie einer werden wollte.<\/p>","margin":"default"}}]}]}]},{"type":"section","props":{"image_position":"center-center","style":"default","title_breakpoint":"xl","title_position":"top-left","title_rotation":"left","vertical_align":"middle","width":"default"},"children":[{"type":"row","children":[{"type":"column","props":{"image_position":"center-center","position_sticky_breakpoint":"m"}}]}]}],"version":"4.4.8"} --></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.jehlicka.agency/2024/06/17/warum-ich-nie-werbetexter-werden-wollte/">Warum ich nie Werbetexte schreiben wollte …</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.jehlicka.agency">Jehlicka.agency</a>.</p>
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